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Dresscode im Vertrieb - Gibt es ihn noch?

Aktuell leben wir in einer Zeit, in der in punkto Kleidung und Aussehen fast alles möglich scheint. Auch in der Arbeitswelt sieht es so aus, als ob sich die Grenzen zwischen Business-Kleidung und Freizeitlook auflösen. Ein neuer Casual-Stil breitet sich zum Teil bis in die Chefetagen aus. Unterschiede zwischen den Hierarchien sind oft nicht mehr erkennbar.

Ist doch auch ganz praktisch, wenn man die Sachen, die man in der Freizeit trägt auch im Büro anziehen kann. Und wozu ist es überhaupt nötig, dass man bereits an der Kleidung erkennt, ob jemand Chef oder Azubi im Unternehmen ist? Und wenn der Kunde einen im bequemen Outfit empfängt, das keine bestimmte Kleiderordnung mehr erkennen lässt, wozu soll man sich als Verkäufer dann noch „in Schale werfen“, oder?

 

Kommunikation durch Kleidung

 

Ganz so einfach ist die Sache dann doch nicht!

 

Schließlich drücken wir durch unser Aussehen sehr viel aus – ob wir wollen oder nicht. Kommunikation durch unsere Kleidung findet immer statt, egal, welchen Kleidungsstil wir bevorzugen. Die Frage ist nur, welche Botschaften senden wir durch unser Auftreten und die Dinge, die wir am Körper tragen.

Da man Wertvorstellungen und Charaktereigenschaften einer Person nicht sehen kann, werden Menschen vor allem beim ersten Zusammentreffen nach Äußerlichkeiten beurteilt. Wir sind zunächst nur in der Lage, das zu beurteilen, was das Auge wahrnimmt. Das nutzen wir, um Rückschlüsse zu ziehen, bezüglich Charakter und Kompetenz einer Person. Nicht immer liegen wir damit richtig. Andererseits bedarf es eines längeren und intensiveren Kontakts, um jemanden tatsächlich einschätzen zu können.

Gerade im Vertrieb ist es ein großer Vorteil, wenn man durch sein Erscheinungsbild von vorne herein Einfluss darauf nehmen kann, wie man von anderen gesehen und beurteilt wird und in welcher „Schublade“ man gegebenenfalls landet. Somit kann man bereits vor einem ersten Termin mit dem Kunden durch die Auswahl des passenden Business-Outfits die Weichen für eine erfolgreiche Kundenbeziehung stellen.

Durch das Befolgen einer bestimmten Etikette in der Kleidung bring man dem Kunden gegenüber seine Wertschätzung zum Ausdruck. Die gesamte Erscheinung gibt Aufschluss über Wertvorstellungen, Sichtweisen und auch die Qualität und das Selbstverständnis, mit dem wir an unsere beruflichen Aufgaben herangehen. Ob bewusst oder unbewusst, es wird in einer Kundenbeziehung immer eine Rolle spielen, wie wir auftreten.

 

Die Wahl der passenden Business-Garderobe

 

Bei der Suche nach der richtigen Garderobe kommt es dabei auf zwei wesentliche Punkte an.

Einerseits sollte die Kleidung dem Anlass angemessen ausgewählt werden. Ebenso sollte man sich an den Gepflogenheiten der jeweiligen Branche, bzw. an den Menschen, mit denen man zusammentrifft, orientieren. In den verschiedenen Branchen haben sich zum Teil sehr unterschiedliche Dresscodes etabliert. Sie weisen von eleganter Business-Kleidung bis zum Casual-Look eine große Bandbreite auf. Hier ist es sicher unerlässlich, sich genau zu informieren, z.B. in Dresscode-Seminaren, was im jeweiligen Umfeld angemessen ist.

Andererseits darf die Individualität des Verkäufers nicht zu kurz kommen. Das Aussehen, wie Körperform, Haarfarbe, Gesicht, usw. und die jeweiligen Vorlieben einer Person spielen eine wichtige Rolle bei der Auswahl der Kleidung. Nur wer sich wohlfühlt in seiner Haut, bzw. in seinen Kleidern, strahlt Authentizität und Selbstsicherheit aus.

Sicher ist es nicht immer einfach sich für das richtige Business-Outfit zu entscheiden. Dabei gilt es die optimale Balance zu finden zwischen Individualität und der Anpassung an die Kleiderordnung. Da hilft es in erster Linie sich gut zu informieren und sich mit seinem Gegenüber optisch auf Augenhöhe zu bewegen ohne ihn zu imitieren. Wer unsicher ist in der Frage, was zu ihm und seiner Branche passt, sollte sich nicht scheuen, sich Ratschläge bei einer Dresscode-Beratung zu holen.

 

Der Verkäufer als Repräsentant

 

Neben der Tatsache, dass ein auch äußerlich sympathisches Auftreten es dem Verkäufer an sich leichter macht, Kundenbeziehungen aufzubauen, so ist er auch immer Repräsentant seiner Firma, bzw. einer Marke. Hier ist es unerlässlich, dass der Eindruck, den ein Verkäufer hinterlässt, das Image der Firma und der Produkte, die er vertritt, wiederspiegelt.

Gerade auf Messen oder öffentlichen Auftritten lässt sich durch die Farbe ein Wiedererkennungswert herstellen. Ansonsten sollten sich Qualität und Wertigkeit eines Produktes auch in der Art der Kleidung wiederspiegeln.

Wer hochpreisige Ware verkauft, sollte in hochwertige Kleidung investieren. Bei neuen, innovativen Produkten darf sich auch in der Kleidung ein moderner Zeitgeist zeigen. Bei etablierten Produkten ist da vermutlich eher der Griff zum Modeklassiker angebracht.

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten über die Kleidung zu kommunizieren. Diese zu nutzen ist Teil des Erfolgs im Vertrieb.

 

Denn schon im alten Persien wusste man:
 

 „Die Außenseite eines Menschen ist das Titelblatt des Inneren.“

 

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